Die geplante Erneuerung der Straße „Auf dem Beiemich“ im Mucher Ortskern wurde in der Ausschusssitzung für Planung und Verkehr am 16.04.26 vorgestellt und intensiv diskutiert.
Das Positive vorweg: Die Planung stellt eine gute Verkehrsberuhigung dar und die Interessen des Fußverkehrs werden sehr gut und barrierefrei berücksichtigt.
Anders sieht es jedoch beim Radverkehr aus. Die vorgesehenen Bremshügel (im Dokument „Anrampungen“ genannt) werden künftig nicht nur Autos, sondern auch den Radverkehr beeinträchtigen. Eine Möglichkeit, diese sicher und erschütterungsarm zu umfahren, ist nicht vorgesehen. Auf Nachfrage wurde argumentiert, dass keine wirkliche Gefährdung für Radfahrende vorliege. Eine vergleichbare Situation findet sich bereits in der Schulstraße, auch wenn die geplanten Anrampungen weniger hoch sein sollen.
Der Beiemich stellt zusammen mit der Zanderstraße insbesondere bergauf eine gern genutzte Ausweichroute zur Hauptstraße zwischen den Kreiseln dar.
Wir fragen uns: Ist es noch zeitgemäß, die Situation für den Radverkehr bei einer Neuplanung zu verschlechtern? Wohl kaum. Es gibt glücklicherweise eine zunehmende Zahl Mucher Bürger*innen, die zum Wohle der eigenen Gesundheit, des Klimas und der Verkehrssituation aufs Rad umsteigen. Und zwar nicht nur in der Freizeit, sondern für Alltagsfahrten wie den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder um mit Anhänger die Kinder aus der Kita abzuholen. Auf der Hauptstraße haben sie insbesondere bergauf mit Stop-and-go an den Engstellen sowie mit ein- und ausparkenden Autos zu kämpfen. Durch langsamer bergauf fahrende Radfahrende fließt auch der ohnehin schon zähe Autoverkehr noch schlechter ab. Umso wichtiger ist es, die einzige gute Ausweichmöglichkeit nicht zu verschlechtern.
Während das Fahren über Bremshügel bei Freizeitfahrten vielleicht noch hinnehmbar ist, gehört es für Berufspendelnde, die mit dem Pedelec 20 km einfache Strecke und mehr zurücklegen, zu den vielen kleinen Hindernissen, die in der Summe dazu führen können, doch lieber das Auto zu nehmen.
Auch der Hinweis darauf, dass bereits im März 2022 im Ausschuss einstimmig beschlossen wurde, Verkehrsberuhigungen im Rahmen von Erneuerungen fahrradfreundlich zu gestalten, führte nicht zu einer Änderung der Planung. Wir hoffen sehr, dass konstruktive Vorschläge noch in die laufende Planung einfließen können.