Die Ausstellung „Gemeinsam verschieden. Bilder einer Demokratie“ in der Villa Much hat eindrucksvoll gezeigt, worum es in einer lebendigen Demokratie geht: um Menschen, um Haltung, um Widerspruch und um die Fähigkeit, trotz unterschiedlicher Erfahrungen miteinander im Gespräch zu bleiben. Wir Mucher Grünen waren bei der Eröffnung dabei und haben den Abend als sehr bereichernd erlebt.

Gerade heute ist Demokratie keine Selbstverständlichkeit. Sie steht unter Druck, wenn einfache Parolen komplizierte Fragen verdrängen, wenn Gruppen gegeneinander ausgespielt werden oder wenn Menschen das Gefühl bekommen, ihre Stimme zähle nicht mehr. Umso wichtiger sind Orte, an denen demokratische Kultur konkret erfahrbar wird. Die Villa Much ist so ein Ort: offen, niedrigschwellig und mitten in unserer Gemeinde.
Besonders stark war für uns, dass die Ausstellung Demokratie nicht nur erklärt, sondern sichtbar gemacht hat. Die Fotos des Bündnisses für Demokratie zeigten Vielfalt, Haltung und Zusammenhalt. Der Vortrag von Tobias Höller-Scheuermann spannte den Bogen von der Geschichte der Demokratie bis zu ihrer Bedeutung für unser Zusammenleben heute. Besonders deutlich wurde dabei: Demokratie bleibt nur lebendig, wenn Menschen miteinander im Gespräch bleiben, auch dann, wenn es anstrengend wird. Dafür braucht es Orte, an denen Austausch möglich ist, an denen zugehört, nachgefragt und auch gestritten werden darf. Genau solche Räume sind für eine demokratische Kultur vor Ort unverzichtbar.
Ein besonderer Beitrag kam von Schüler*innen der 12. Klasse der Gesamtschule Much. Ihre selbst produzierten Videos zu Apartheid und Rassismus haben deutlich gemacht, wie wichtig politische Bildung ist. Rassismus, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit sind keine abstrakten Themen aus Geschichtsbüchern. Sie betreffen auch unser Zusammenleben heute, überall dort, wo Menschen abgewertet oder ausgeschlossen werden.
Für uns Grüne ist klar: Demokratie beginnt vor Ort. Sie lebt im Gemeinderat, aber genauso in Schulen, Vereinen, Nachbarschaften, Initiativen und kulturellen Orten wie der Villa Much. Sie braucht Menschen, die sich einmischen, zuhören, streiten, Verantwortung übernehmen und sich nicht zurückziehen.
Wir danken der Villa Much, dem Bündnis für Demokratie, den beteiligten Schüler*innen und allen Mitwirkenden für diesen starken Abend. Solche Veranstaltungen machen Mut. Sie zeigen: Much ist verschieden, und genau darin liegt eine demokratische Stärke, die wir schützen und weiterentwickeln müssen.



